Hericium für Magen und Darm: Wirksamkeit unbelegt

Der Pilz Hericium (Löwenmähne) wird als natürliches Mittel gegen Sodbrennen oder Gastritis beworben – allerdings ohne wissenschaftliche Belege.

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Hilft der Pilz Hericium bei Magen-Darm-Beschwerden?

Hericium wird gegen Sodbrennen, Völlegefühl oder Entzündungen im Magen-Darm-Trakt beworben. Doch das wurde nie in aussagekräftigen Studien untersucht. Da Belege fehlen, ist die Werbung mit solchen Gesundheitsversprechen rechtlich nicht erlaubt.

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Löwenmähne Pilz wird auf einem Untersetzer präsentiert Löwenmähne für eine bessere Magen-Darm-Gesundheit? Keine Belege.
©iStock – Nungning20

Der Pilz Hericium, auch Löwenmähne oder Lion’s Mane genannt, ist in Asien ein bekannter Speisepilz. In der traditionellen Medizin wird er bei Verdauungsproblemen eingesetzt, weshalb auch Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln ihn heute als „Vitalpilz“ für Magen und Darm vermarkten.

Keine aussagekräftigen Studien mit Menschen

Doch unsere Recherche zeigte: Es gibt keine einzige aussagekräftige Studie, die die Wirksamkeit von Hericium gegen Sodbrennen, Völlegefühl oder Gastritis bei Menschen untersucht hat. Die Behauptungen zur Wirksamkeit des Pilzes sind also nicht belegt.

Tradition versus Wissenschaft

Hericium wird seit Jahrhunderten als Speisepilz in Ländern wie China, Indien, Japan und Korea geschätzt [Quelle 1]. Da er ein beliebter Speisepilz ist, dürfte er gut verträglich sein. Ob aber hochkonzentrierte Präparate als Nahrungsergänzungsmittel sicher sind, ist unklar.

Anbieter von Nahrungsergänzungsmittel mit dem Pilz werben oft mit angeblichen entzündungshemmenden Eigenschaften für den Verdauungstrakt. Diese Werbeaussagen basieren jedoch auf Studien an Tieren oder an einzelnen Zellen im Labor oder auf Studien, die nicht geeignet sind, die Wirksamkeit von Hericium zu testen. Welche Studienart geeignet wäre und warum, haben wir in den Studien im Detail beschrieben.

Keine Belege – Werbung verboten

Aussagen wie „ist bei Erkrankungen und Beschwerden des Magen-Darm-Trakts empfehlenswert“ sind in der Europäischen Union verboten. Solche Aussagen dürften nur verwendet werden, wenn sie wissenschaftlich belegt sind. Hersteller, die trotzdem damit werben, tun dies verbotenerweise [Quelle 2].

Was fördert die Magen-Darm-Gesundheit – und was nicht?

Viele vermeintliche Hilfsmittel bei Magen-Darm-Beschwerden oder -Erkrankungen halten einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand. Wir haben verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in unseren Faktenchecks genau unter die Lupe genommen. Alle Ergebnisse sind auf unserer Themenseite Darm und Verdauung nachzulesen.

Die Studien im Detail

Nach welchen Studien haben wir gesucht?

Wir haben in zwei wissenschaftlichen Datenbanken nach hochwertigen Studien gesucht – nach sogenannten randomisiert-kontrollierten Studien. Wir suchten nach Studien, die untersucht haben, ob sich durch Hericium-Präparate Magen-Darm-Beschwerden bei Menschen im Vergleich zu einem Schein-Präparat (Placebo) besserten.

In randomisiert-kontrollierten Studien werden Teilnehmende per Zufall auf zwei Gruppen aufgeteilt. Idealerweise weiß auch niemand, wer das Hericium-Präparat einnimmt und wer das Placebo. Das wird von Fachleuten als Verblindung bezeichnet. Diese soll verhindern, dass der Placebo-Effekt die Ergebnisse verzerrt.

Wie aussagekräftig sind die Studien?

Wir konnten keine einzige solche Studien finden. Deshalb können wir keine Aussage zur Wirksamkeit von Hericium treffen. Sicher ist allerdings: Es gibt keine Belege, die ein Werbeversprechen wie „ist bei Erkrankungen und Beschwerden des Magen-Darm-Trakts empfehlenswert“ erlauben würden.

[1] Tan et al. (2024).
The ethnopharmacology, phytochemistry and pharmacology of the genus Hericium. J Ethnopharmacol, 319(Pt 3), 117353. (Link zur Studie)

[2] Europäische Kommission. (2026).
Food and Feed Information Portal Database. Abgerufen am 24.06.2026 unter ec.europa.eu

  • 27.8.2026: Erstveröffentlichung des Faktenchecks

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