Startseite ● e.CHI Frequenz-Chip: unwissenschaftlich und nicht belegt e.CHI Frequenz-Chip: unwissenschaftlich und nicht belegt Mittels „Frequenz-Technologie“ soll der e.CHI Chip der Firma Geonado bei Gesundheitsproblemen helfen. Das ist weder belegt noch plausibel. 08. Oktober 2026 AutorIn: Jana Meixner Review: Bernd Kerschner Teilen Teilen × Wähle einen Dienst. Es werden keine Social-Plugins geladen. WhatsApp Bluesky Facebook LinkedIn Link kopieren Hilft der „e.CHI Frequenz-Chip“ der Firma Geonado bei gesundheitlichen Problemen, wie etwa Gelenksschmerzen durch Arthrose? wissenschaftliche Belege fehlen Der sogenannte „e.CHI Frequenz-Chip“ soll unter anderem bei Arthrose und Schmerzen helfen und das Wohlbefinden erhöhen. Eine Wirkung auf den Körper ist aber weder wissenschaftlich belegt noch plausibel. Denn der angebliche Wirkmechanismus ist in der Fachwelt nicht bekannt und widerspricht grundlegenden physikalischen Gesetzen. so arbeiten wir Die angebliche "Technologie" von e.CHI hat mit Wissenschaft nichts zu tun. ©iStock-fizkes Sie suggerieren eine schnelle, einfache und nebenwirkungsfreie Lösung für viele gesundheitliche Probleme: Chips, die an den Körper geklebt werden und diverse gesundheitliche Probleme lösen sollen. Auch der sogenannte Frequenz-Chip e.CHI der österreichischen Firma Geonado gehört dazu. Ohne Chemie und ohne Nebenwirkungen, dafür mit einer angeblich wissenschaftlich soliden Technologie soll der Chip die Gesundheit verbessern – für knappe 100 Euro aufwärts. Konkrete Gesundheitsversprechen vermeidet der Hersteller zwar auf seiner Website zum größten Teil. Produktnamen wie „SchmerzFreund“ oder „SchlafFreund“ und entsprechende Bilder machen aber deutlich: Der e.CHI-Chip soll bei diversen Beschwerden helfen. Den Chip gegen Arthrose bewirbt der Hersteller dagegen ganz explizit zur „Linderung von Schmerzen bei Kniearthrose“ [Quelle 2]. Wir haben uns den behaupteten Wirkmechanismus und auch die angeblichen wissenschaftlichen Belege genau angesehen. e.CHI: Angebliche Belege für Wirksamkeit fehlen Bei unserer Suche in mehreren weltweiten Datenbanken konnten wir keine Studien zum e.CHI finden. Der Hersteller schickte uns auf Nachfrage eine Studie mit Arthrose-Patientinnen und -Patienten, die den Chip gegen Arthrose ausprobiert haben. Die Ergebnisse seien positiv ausgefallen. Eine Wirksamkeit belegen kann diese Studien jedoch nicht. Denn es fehlt eine Vergleichsgruppe, die keinen Chip getragen hatte. Für vermeintliche Effekte kann genauso gut der Placebo-Effekt verantwortlich sein. (Mehr dazu in „Die Studien im Detail“) Belege für das Versprechen, der Chip könne bei Arthrose helfen, gibt es also nicht. Auch unsere Suche nach Studien zu ähnlichen „Frequenz-Chips“ oder zur behaupteten Technologie blieb ergebnislos. e.CHI: Eine angebliche Technologie, die es nicht gibt Doch ist eine Wirksamkeit überhaupt möglich? Nachvollziehbar erklären kann der Hersteller diesen Mechanismus jedenfalls nicht. Der Chip selbt besteht laut Hersteller aus Silikon, Quarzsand und einem einfachen Magneten, wie man ihn zum Beispiel auch in einem Kühlschrank-Magneten findet. Nichts davon kann nachweislich die Gesundheit beeinflussen. Die angeblich verwendete „Frequenz-Technologie“ basiere auf einer „speziellen Prägung mit Frequenzmustern“, so der Hersteller. Durch bestimmte Frequenzen würde der e.CHI „biologische Abläufe wieder ins Gleichgewicht bringen“. Klingt vielleicht für manche eindrucksvoll, hat aber einen Haken: Nichts davon ist in der Wissenschaft bekannt. Die Medizin kennt weder Frequenzmuster, noch eine „Prägung“ mit diesen. Die angebliche „Frequenz-Technologie“ konnten wir bei unseren Recherchen ebenfalls nirgendwo finden. Sie scheint eine Wortschöpfung der Herstellerfirma zu sein. Auf unsere Bitte um nähere Erklärung, was denn da genau auf dem e.CHI-Chip gespeichert sein soll, verweist der Geschäftsführere der Firma Geonado auf das Betriebsgeheimnis. Wirksamkeit laut Hersteller „wissenschaftlich nicht belegt“ Jenen, die das Kleingedruckte auf der Website lesen, erklärt der Hersteller allerdings selbst: Es handle sich nicht um ein medizinisches, sondern ein „energetisches“ Produkt, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich nicht erwiesen ist. Auch die sogenannte „Energetik“ ist im Bereich der Pseudomedizin und Esoterik angesiedelt. Mit welchen „Energien“ dabei gearbeitet wird, konnte bisher weder gemessen noch wissenschaftlich belegt werden. Irreführende Gesundheitswerbung bei ähnlichem Produkt Der e.CHI weckt bei uns Erinnerungen an ein ganz ähnliches Produkt, das wir vor einiger Zeit unter die Lupe genommen haben: Den Chip von Zisano. Auch die Firma Zisano warb mit einem ähnlich unplausiblen Wirkmechanismus. Bis ihr das per Gerichtsurteil untersagt wurde: Im Jahr 2023 bekam der Verein für Konsumenteninformation recht, nachdem er Zisano wegen irreführender Gesundheitswerbung geklagt hatte. Die Firma darf ihre Produkte nun nicht mehr mit Gesundheits-Behauptungen bewerben, „sofern sie diese Behauptungen nicht nach dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis hinreichend, insbesondere durch Vorlage randomisierter Doppelblindstudien, belegen kann“. Die Studien im Detail Nach welchen Studien haben wir gesucht? Die Wirksamkeit des e.CHI-Frequenz-Chips zu untersuchen wäre im Grunde ganz einfach: Man nehme eine große Gruppe von Menschen, die zum Beispiel an chronischen Schmerzen durch Arthrose leiden. Diese werden per Los auf zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe trägt nun eine Zeit lang den e.CHI Chip auf der Haut. Die andere Gruppe dagegen trägt einen gleich aussehenden Chip ohne die angebliche Technologie – also einen Placebo-Chip. Weder die Teilnehmenden noch die Forschenden sollten wissen, ob sie den echten oder den Placebo-Chip tragen. Am Ende der Studie werden die Beschwerden der Teilnehmenden verglichen. Solche Studien nennt man auch randomisiert-kontrollierte Studien. Die Vergleichsgruppe ist aus zwei Gründen wichtig: Erstens können die Forschenden mit ihrer Hilfe herausfinden, welchen Anteil der Placebo-Effekt an der beobachteten Wirkung hat. Denn besonders bei Schmerzen kann allein schon die Erwartung einer Besserung sprichwörtliche Wunder bewirken. Und dann wäre wieder unklar, ob nun die angebliche „Technologie“ wirksam war, oder doch nur der Placebo-Effekt. Zweitens bessern sich viele Beschwerden mit der Zeit von alleine. Die Vergleichsgruppe liefert also Informationen darüber, wie es den Teilnehmenden ohne die Behandlung ergangen wäre. Solche randomisiert-kontrollierten Studien zum e.CHI Chip konnten wir trotz Suche in drei verschiedenen Datenbanken nicht finden. Der Hersteller verweist lediglich auf eine Studie ohne eine Vergleichsgruppe. Diese wurde in einer Fachzeitschrift veröffentlicht, die zu den sogannten Raubjournalen (predatory journals) gezählt wird. Außerdem wird noch eine Studie an Zellen im Labor erwähnt. Die lässt jedoch keine Rückschlüsse auf eine Wirkung im menschlichen Körper zu. Wissenschaftliche Quellen [1] Schmidt, R., Neuhütler, S., & Drabik, A. (2025). Single-Arm Feasibility Trial to Assess the Technical/Medical Performance and Safety of Locally Applied Frequency Therapy in Patients with Knee Osteoarthritis (OA). HSOA J Altern Complement Integr Med 11: 568. of, 8, 2. (Link zur Veröffentlichung) [2] Archivierte Version der Herstellerwebsite (12.10.2026) Versionsgeschichte 12.10.2026: Anlässlich der Aktualisierung dieses Faktenchecks kontaktierten wir erneut den Hersteller und baten um mögliche unveröffentlichte Studien. Der Hersteller konnte keine aussagekräftigen Studien vorlegen. Im Zuge unseres Schriftwechsels wurden allerdings manche Werbeaussagen auf der Hersteller-Website entfernt. Wir haben die genannten Werbeversprechen deshalb in unserem Artikel angepasst. Auch haben wir den Titel „e.CHI Frequenz-Chip: unwissenschaftliche Heilsversprechen“ geändert in „e.CHI Frequenz-Chip: unwissenschaftlich und nicht belegt“. Und zwar deshalb, weil die Herstellerfirma Geonado seit unserem ersten Faktencheck explizite Gesundheitsversprechen zum Großteil von der Website entfernt hat. Zum „Frequenz-Chip“ gegen Arthrose finden sich aber nach wie vor explizite Wirksamkeits-Behauptungen [Quelle 2]. 8.10.2026: Auch eine neuerliche Suche in weltweiten Studiendatenbanken und eine Nachfrage beim Hersteller ergab nichts Neues. Aussagekräftige Studien fehlen nach wie vor. 24.1.2024: Erste Veröffentlichung des Faktenchecks. Schlagworte e.chiechiFrequenzchipGeonado In über 600 Faktenchecks suchen Suchbegriff eingeben: Suchen